WoBa (Wohnbauausstellung Basel) Schorenmatten und Eglisee

Diese Wohnbauaustellung (Vorläufer der IBA)   für die Wohnbaugenossenschaften Basels fand 1930 statt. Es ging darum, erschwingliche Wohnungen für Arbeiter zu schaffen; der Auftrag wurde an Schweizer Architekten vergeben. Es gab drakonische Auflagen für das Viertel als Ganzes: Standardtreppen, bestimmte Elemente des Sanitärbereichs, Decken, Dächer, Terrassen. Le Corbusier lehnte die an ihn herangetragene Zusammenarbeit angesichts solcher Auflagen ab, da unweigerlich die künstlerische Gestaltung zu stark eingeschränkt wurde. Die   Architekten entwarfen ein modernes Wohnviertel, das im Vergleich mit anderen weit besser ausgestatteten Vierteln in anderen Ländern nicht schlechter abschneidet.

 

Architekten: Von der Mühll Hans, Basel; Bernoulli und Künzel, Basel ; Artaria und Schmidt, Basel ; Steger und Egender, Zürich ; Moser und Roth, Zürich; E.F. Burckhardt, Zürich; Hofmann und Kellermüller, Winterthur; Scherrer und Meyer, Schaffhausen; Hoechel und Forcapel, Genf; Wittwer Hans, Basel/Halle; Hermann Baur, Basel ; Gilliard und Godet, Lausanne; Maurice Braillard, Genf

In den 80er Jahren wurden einschneidende Renovierungen durchgeführt, u.a. auch Abrisse vorgenommen, so dass Elemente des puristischen Stils unwiderruflich verlorengegangen sind. Trotz allem ist der Geist der Entstehungszeit spürbar, die Gesellschaft der damaligen Zeit, in der und für die das Viertel entworfen wurde, und man erkennt die Innovation des Konzeptes dieses Viertels, vor allem im Vergleich mit dem sich daran anschliessenden Viertel, das 15 Jahre vorher erbaut wurde.

 

Ursprung des Basler Strassennamens "Im Surinam"

Die Verdienste von Maria Sibylla Merian (1647-1717) bei der Erforschung der Pflanzen- und Tierwelt von Surinam sind unbestritten. Aber der Strassenname "Im Surinam" im Hirzbrunnenquartier hat nichts mit der Tochter des Basler Kupferstechers Matthäus Merian dem Älteren (1593-1650) zu tun. Der Historiker André Salvisberg (geboren 1965) verweist in seinem Buch zu Basels Strassennamen 1999 auf einen Beitrag im Basler Stadtbuch 1970 aus der Feder von Hans Thieme (1906-2000).

Der Beitrag handelt von einem Basler in Niederländisch-Indien, und geht eingangs auf den Ursprung des Strassennamens ein. Demnach liegen die Wurzeln des Names beim Handelsmann und Offizier in niederländischen Diensten, Johann Jakob Faesch (1732-1796). Er heiratete die in Surinam geborene Catharina de Hoy (1740-1766). Nach ihrem Tod ehelichte er Valeria Schweighauser (1741-1789) und überlebte auch sie. 1796 nahm er sich mit einem Sprung aus dem Seidenhof in den Rhein das Leben.

Seine erste Gattin Catharina brachte elterliche Kaffee-Plantagen auf Surinam in die Ehe. Diese bekam ihre Tochter Margarethe Maria Faesch (1763-1827) vom Vater 1782 bei ihrer Hochzeit mit dem Apotheker Johann Rudolf Ryhiner (1763-1827) geschenkt. Dieser kaufte 1797 ein Grundstück zwischen Langen Erlen und Riehenstrasse und liess er dort 1803 einen Landsitz bauen. Dessen Name war "Zum kleinen Surinam". Daraus ging die 1811 erstmals genannte Bezeichnung "Im Surinam" hervor.